WIRE
Seit 1976 und den ersten Zuckungen des Punk machen Wire auf subversive und konzeptionelle Art und Weise Musik und unterscheiden sich damit sowohl von ihren Zeitgenossen als auch von ihren Einflüssen.

"Die Leute haben gesagt, wir wären mysteriös und düster", sagt Bassist und Sänger Graham Lewis. "Doch um das erfolgreich sein zu können, muss man auch einen Sinn für Humor haben. Man braucht diese Balance. Mit Wire gibt es eine Verschrobenheit und eine Gegensätzlichkeit und das kann durchaus witzig sein."

Dieser Zugang zieht sich durch das gesamte Dasein der Band, durchs Songwriting, und durch ihre Bühnenpräsenz.

Das hat ihnen geholfen, sich gegen Wiederholungen und Klischees zu behaupten. Exemplarisch war das letzte Wire-Album - das passend "Change Becomes Us" genannte Werk von 2013 - ein weiterer Fall von "erwarte das Unerwartete", in dem sie Material verarbeiteten, das bei einer kurzzeitigen Auflösung in den Achtzigern übrig geblieben war.

Ihr aktuelles, auch schon 13. Studioalbum, das auf den schlichten Namen "Wire" hört, versammelt nun Material, das für das Album geschrieben, doch zuerst auf Tour perfektioniert wurde. Ausserdem Songs, die Sänger Colin Newman dem Rest der Band erst kurz vor der Zeit im Studio vorstellte.

Die Idee war es, so spontan wie möglich, an die Aufnahmen heranzugehen. "Wire" ist dementsprechend voll von seufzenden Popmelodien mit einem deutlichen Sixties- Einschlag und einem unwiderstehlichen, fast schon mechanischen Vorwärtsdrang.
Besondere melodische Einschläge, Gitarren- und Bassmotive und Schlagzeugrhythmen aus dem eindeutigen Vokabular von Wire bleiben vorhanden, werden hier jedoch mit deutlicher Frische angegangen.

Von Anfang an waren Wire die Zusammenführung von vier verschiedenen Charakteren, die 2012 Gesellschaft von Matthew Simms bekamen, der gut 30 Jahre jünger ist als der Rest der Band. "Wire" ist das erste Album mit Beiträgen von Simms. Wire sind eine der einflussreichsten britischen Popbands überhaupt. Gegründet 1976, gibt es die Gruppe nach mehreren Auszeiten inzwischen wieder. 2011 hatten sich Wire mit dem großartigen Album „Red Barked Tree“ und fulminanten Konzerten zurückgemeldet. 

Was verbindet so unterschiedliche Musiker und Bands wie die britischen Franz Ferdinand, Bloc Party und Blur auf der einen mit den US-amerikanischen Hardcore-Helden Henry Rollins und Ian MacKay (Fugazi) auf der anderen Seite, REM mit den Feelies und den englischen Cure? - Nun, sie alle sind erklärte Fans der Wire, wenn nicht sogar (wie im Falle von Cure, Franz Ferdinand, Rollins) maßgeblich beeinflusst von den innovativen Briten, die in den späten Siebziger Jahren mit minimalischen Post-Punk- und Wave-Stücken wie „I Am The Fly“, „Lowdown“, „Three Girl Rhumba“ oder „12XU“ begeistert haben. 

Die ersten drei Alben „Pink Flag“ (1977), „Chairs Missing“ (1978) und „154“ (1979) gehören heut zum Kanon der britischen Rockmusik; allesamt unverzichtbare Klassiker, die auch heute gehört noch frisch und drängend, keinesfalls antiquiert klingen.
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