MEW
Im April 2017 ist mit „Visuals“ das neue, bereits siebte Album von Mew erschienen. Live waren die dänischen Noise-Meister Ende Mai dreimal in Deutschland zu sehen. Im November gibt es mit einer Show in Berlin (26.11., Lido) einen Nachschlag.

„Visuals“ ist der Nachfolger von „+/-„, das 2015 erschienen ist. „Mit den Liveshows zum letzten Album befanden wir uns auf einem kreativen Höhepunkt“, sagt Frontmann Jonas Bjerre, „parallel haben wir neue Songs on the road geschrieben. Da war der Funke sozusagen entzündet. Wir wollten den üblichen Produktionszirkel aufbrechen und das neue Album spontan aufnehmen. Die Energie, die wir auf der Welttour verspürten, wollten wir gleich ausnutzen, anstatt noch einmal drei oder vier Jahre zu warten.“

Aufgenommen und selbst produziert in Kopenhagen innerhalb eines Jahres hören wir Mew von ihrer besten Seite. Ob nun die erste Single Carry Me To Safety", die voller faszinierender Feinheiten steckt. Demgegenüber steht der Opener „Nothingness And No Regrets“, der seine Euphorie langsam aufbaut, wohingegen „The Wake Of Your Life“ in den Pop der 80er Jahre ausufert. „Candy Pieces“ kommt als widerspenstig stampfender Track daher, während „In A Better Place“ fast schon glückselig auf der Melodie gleitet. Ins Ohr gehend: die neue Single "Twist Quest".

Als „wunderbare, latent grössenwahnsinige, elegische Musik“, hat die „Intro“ die komplexen Songs und vielschichtigen Songstrukturen der Dänen einmal beschrieben: Mal hören wir sphärischen Pop, mal rockt es ordentlich, mal verlieren sich die Songs im Nirvana, mal kommt alles kompakter daher. Post-Rock oder Prog-Pop? Indie-Pop? Egal, wer Bands wie Radiohead oder Sigur Rós schätzt, wird auch Mew mögen.

Beeinflussst von so unterschiedlichen Acts wie den Pixies und Dinosaur Jr, aber auch Prince und den Pet Shop Boys wurden Mew bereits Mitte der Neunziger Jahre gegründet. Doch erst mit dem dritten Album „Frengers“ (2003), erspielten sich die aus Hallerup stammenden Musiker auch hierzulande eine kleine Gefolgschaft. „And The Glass Handed Kites“, 2006 erschienen, vergrösserte den Fankreis dann erheblich, was der Nachfolger mit dem langen Namen 2009 noch ausweitete. 2009 waren Mew auch auf persönliche Einladung von Trent Reznor im Vorprogramm von dessen Nine Inch Nails in Europa mit dabei.
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