THE MEN
The Men. Schlichter geht es nicht. So simpel der Name, so produktiv ist die Band aus New York. Jüngst ist erst eine EP erschienen, mit „Tomorrow`s Hits“ folgt bereits das nächste Album. Es ist der neueste Eintrag in der schnell wachsenden Diskografie der 2008 in Brooklyn gegründeten Band: eine Sammlung von Songs, die wieder einmal unter Beweis stellt, wie die Gruppe ihre musikalische Palette ständig weiter entwickelt. Nachdem sie einen Großteil von 2011 und 2012 auf Tour verbracht hatten, benötigten The Men eine Pause. Sie beschlossen, sich den Winter 2012 freizunehmen, um in Brooklyn an neuem Material zu arbeiten. Nach all der Zeit auf Tour, weg von zuhause, ohne Proberaum, in den die Band hätte zurückkehren können, folgte man dem Angebot von Gründungsmitglied Mark Perro und richtete sich in seinem Schlafzimmer in Bushwick ein. Alle Möbel mit Ausnahme des Betts mussten weichen, die Wohnung wurde leergeräumt, nur um im nächsten Moment Schlagzeug, Pianos, ein Dutzend Gitarren und Verstärker zu beherbergen. Es wurde geprobt, volle drei Monate lang, fast jeden Tag, neue Songs geschrieben, mehr als 40 Demos aufgezeichnet. Acht Lieder aus diesen Sessions schafften es in die Endfassung ihrer neuen LP für Sacred Bones mit dem verheißungsvollen wenn auch augenzwinkernden Titel "Tomorrow's Hits". Es handelt sich um ihr erstes Album aufgenommen in einem High-End-Studio und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß das Ergebnis ebenso klingt, Hi-Fi. Nichtsdestotrotz ist es immer noch ein unglaublich gradliniges und prägnantes Album, das auch bereit ist, Risiken einzugehen, vermeintliche Genre-Grenzen auszudehnen. Im Grunde genommen läuft es doch auch nur darauf hinaus: The Men sind eine verdammt gute Rockband, die zwischen Rock und Punk, Indie und klassischem Rock pendelt, dabei mal in die eine, mal in die andere Richtung ausschlägt – und sehr tight daherkommt. Über den neuen Song „Pearly Gates“ schreibt die „Spex“ recht treffend: „Der Sechsminütiger ist ein irrer, reißerischer Ritt mit Bläser- und Tasteneinsatz, der sich ganz passend mit Paranoia auseinandersetzt. Das kriegen so sonst nur noch Primal Scream hin“. The Men – ein schlichter Name, den man sich merken sollte.
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