PRIMAL SCREAM
2011 sorgte die britische Kultband für einen der Höhepunkte beim Berlin Festival. Spielte die Band um Sänger Bobby Gillespie doch dort ihr legendäres Album „Screamadelica“ komplett durch und überzeugte mit einem beseelten, groovenden Auftritt. Neben den Wedding Present gehören Primal Scream mit zu den Überlebenden der britischen Indie-Generation von 1986 („C86“). Wobei die Band mit ihrem neuen Album, das direkt nach der weltweiten Screamadelica-Tour eingespielt wurde, beweist, dass sie keinesfalls in der Vergangenheit leben. Wie schon auf dem erwähnten Kultalbum „Screamadelica“ (1991) und späteren Werken sind die Briten ihrem Grundprinzip, dem der radikalen Stilvermischung, auch hier treugeblieben. Hier treffen sich Brit-Pop und scharfe Gitarrenriffs, geschmeidiger Philly-Soul und dunkler Electro, Neo-Wave, Krautrock, Glam, No Wave und Pop. „Es gibt keine Blaupause für einen Primal Scream-Song, keine Strophe-Bridge-Refrain-Mitte-Formel, die wir immer wieder benutzen“, sagte Mastermind Bobby Gillespie einst. Wobei es Primal Scream auch hier gelegentlich ordentlich krachen lassen. „Ecstatic Utopian Rock `n`Roll“ nennt das Gillespie. Schon der erste Track, „2013“ mit seinem an Roxy Music erinnernden Saxophon, dem kämpferischenText und dem packenden Rockgroove sollte Zweifler überzeugen. Genauso wie der soulige Rocker „It`s Alright, It`s Okay“, der an das alte „Come Together“ erinnert. Zwischendurch gibt es, wie immer bei Primal Scream, auch experimentellere Momente, denkt man an Sun Ra oder sphäschen Krautrock, ehe die Band wieder mit Melodien und Grooves um sich wirft. Fünf Jahre nach dem eher schwächeren Album „Beautiful Future“ ist dem „ewigen Cool-Dude aus der großen Zeit des UK-Raves Anfang der 90er“ (laut.de) ein schönes Album gelungen. "So klingt er, der Rock'n'Roll im Jahre 2013, gespielt von der ältesten jungen Band der Welt", lesen wir im „Rolling Stone“. Freuen wir uns auf die Liveshows.
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