27.05.2017
Präsentiert von: Ox, laut.de, gaesteliste.de & livegigs
THE BUILDERS & THE BUTCHERS
Location: El Lokal (Zürich)
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr
Veranstaltungreihe: THE BUILDERS & THE BUTCHERS 05-17

2005 in Portland/USA gegründet ging es bei The Builders And The Butchers  am Anfang nur darum, ihre Musik vor Fremden auf den Straßen von Portland zu spielen. Tourneen und Veröffentlichungen von Alben lagen in weiter Ferne und selbst bis zum ersten Auftritt in einem Club sollten Monate vergehen.

9 Jahre später hat es die Band auf 4 Alben und diverse US- und Europatourneen gebracht. Im vergangenen Juli ist mit „Western Medicine“ ihr viertes Studioalbum erschienen. Da Gitarrist Harvey Tumbleson inzwischen Vater geworden ist und Vaterschaftsurlaub genommen hatte, folgt erst jetzt die Tour zum Album!

Während es beim Vorgänger Album „Dead Reckoning“ darum ging die Live-Energie der Band im Studio einzufangen nahmen sich die Builders für das neue Album mehr Zeit um ihren rudimentären Folksound durch vielschichtige Soundcollagen und ein erweitertes Instrumentarium abzurunden. So entstanden innerhalb eines Monats im Studio die 12 neuen Songs  die es auf Western Medicine zu hören gibt.

Der Einsatz vieler neuer Instrumente führte dabei zu aufregenden Arrangements, die es so bisher bei den Builders nicht zu hören gab. Angeführt von großen Pophymnen wie  dem „Redemption Song“ und „Pennies in the Well“  führt das Album dabei wieder durch alle erdenklichen Spielarten von Countryrock und Americana, um am Ende mit dem wunderbaren,  orgelgeschwängerten „Take Me Home“ einen mehr als würdigen Abschluss zu finden.

Geblieben sind dagegen die düsteren Lyrics von Ryan Sollee, die laut Sollee's eigener Aussage stark durch die Bücher von Cormac McCarthy („The Road“, „No Country For Old Men“) beeinflusst sind. Kleine Geschichten die zumeist in der Vergangenheit spielen und durch die man den Eindruck gewinnen kann, daß dunkle Zeiten kurz bevorstehen. Insbesondere im Song „Watching The World Burn“ ist dies schön nachzuhören.

All dies führt zu dem Eindruck, daß es sich bei den Builders um die Schattenausgabe solch sonniger Gemüter wie Mumford & Sons handelt. Schöne Musik gepaart mit Tod, Verfall und anderen Lebenswidrigkeiten. „Western Medicine“ wurde so ein rundum schön-schauriges Album welches das Paste Magazin treffend in einem Zitat wie folgt beschreibt: „... raw and unschooled, with Sollee in particular throwing off a maniacally ecclesiastical sort of energy... dark, sparkling, Leadbelly-like terrain covered by deathfixated epics…“

Dass The Builders And The Butchers auch live großartig sind, haben sie mit diversen Konzerten hierzulande – unter anderem im Vorprogramm der befreundeten Portugal.The Man - bewiesen. Live kommt der überraschende und vielseitige Sound der Band noch besser zur Geltung: eine wilde Mixtur aus schrägem Folk, Punk, Americana und anderem. File under Decemberists, Arcade Fire, Pogues, Willard Grant Conspiracy, 16 Horsepower und Anderen. Auch die guten alten Violent Femmes mag man heraushören, vor allem wenn die Fünf das Tempo anziehen.

Künstler:
THE BUILDERS & THE BUTCHERS